Neu in der Regionalliga West - Heute: Sportfreunde Siegen
Entwicklung/Historie: Gerade einmal sechs Jahre ist es her, als die Sportfreunde aus der 2. Liga absteigen mussten – nach nur einjähriger Zugehörigkeit. Seit Ende der 90er Jahre klopfte der Klub aus dem Siegerland immer mal wieder ans Tor zum Profifußball, um stets knapp zu scheitern. Dass der Sprung im Jahr 2005 schließlich gelang, war rückblickend alles andere als ein Sechser im Lotto.
Drastischer ausgedrückt: Der größte Erfolg nach dem Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft 1955 hätte dem 1899 gegründeten Verein beinahe die Existenz gekostet. So wurde bereits während der kurzen Zweitliga-Ära der Nährboden für einen später eingereichten Insolvenzantrag bereitet. Das (letztlich erfolglose) Wettrüsten im Kampf um die Qualifikation zur eingleisigen 3. Liga in der Saison 2007/08 tat sein Übriges. Immerhin: Trotz einer Überschuldung in Höhe von einer halben Million Euro (!) gelang die Rettung, da die Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmten. Es folgte ein Neuaufbau in der NRW-Liga, der nun mit dem Aufstieg in die Regionalliga gekrönt wird.
Umfeld: „Mister Sportfreunde“ war jahrelang Präsident Manfred Utsch, ohne dessen finanzielles Engagement nicht an die 2. Liga zu denken gewesen wäre. Noch heute ist die Utsch AG, Marktführer bei Kfz-Kennzeichen, Hauptsponsor bei den Sportfreunden. Ein Faustpfand sind auch die nicht selten vierstelligen Zuschauerzahlen bei Heimspielen – die Fankultur hat die Jahre in den Niederungen der Fünftklassigkeit überdauert.
Stadion/Infrastruktur: Das idyllisch gelegene Leimbachstadion erfüllt zwar nicht mehr die heutigen Zweitliga-Standards (u.a. fehlende Rasenheizung) – für Regionalliga-Verhältnisse ist die 18.000 Zuschauer fassende Arena jedoch ein Schmuckkästchen. Ein erst kürzlich sanierter Kunstrasenplatz komplettiert die Anlage.
Trainer: Michael Boris kennt die Regionalliga – er wechselte vor der Saison von der U23 des FC Schalke zu den Sportfreunden. Zuvor war der 37-jährige Bottroper bereits für die Geschicke von Germania Windeck und dem VfB Homberg verantwortlich. Seine Trainerkarriere startete Boris in der zweiten Reihe, als Assistent von Marc Fascher bei Kickers Emden. Der Vertrag in Siegen läuft bis zum 30.06.2013 und verlängert sich im Falle des Klassenverbleibs um eine weitere Saison.
Mannschaft: Zehn Neuzugänge sind bereits unter Dach und Fach, darunter in Wojciech Pollok (Eintrach Trier) ein Stürmer, der in der Regionalliga kein Unbekannter ist. Zusammen mit Alexander Hettich, der in Leverkusen ausgebildet wurde und mit 19 Saisontreffern zuletzt bester Schütze seines Teams war, ein mehr als adäquates Sturm-Duo. Nicht über eine Jokerrolle hinaus kam bislang der Ex-WSVer Waldemar Schattner, der sich im Winter den Sportfreunden anschloss. Trainer Boris verfügt über eine im Schnitt junge Mannschaft, für die mehr als nur der Klassenverbleib möglich sein dürfte.















